Er tut es wieder

Helly Frauwallner steigt wieder in den Sattel seiner Yamaha. Im Vorjahr ritt er auf der einzigen Lang­streckenrallye von Athen nach Gibraltar auf den ersten Platz. Diesen Erfolg will er heuer wiederholen. Davon trennen den 59-jährigen Südoststeirer nicht weniger als 9.000 Kilometer.

Helly Frauwallner
SIEG IN GIBRALTAR - Im vorigen Jahr gewann der Südoststeirer die einzige Langstreckenrallye Europas. Heuer will er diesen Erfolg wiederholen.

Ja, er macht es wieder. Wieder einmal endlose Stunden im Motorradsattel. Wieder Staub, Regen, Hitze und Kälte. Wieder täglich zwischen 500 und 700 Kilometer volle Konzentration. Sonderprüfungen, den Ehrgeiz zahlreicher Fahrer aus verschiedensten Nationen im Nacken. Er hat 2007 mit dem Motorrad die Welt umrundet, die mongolische Wüste und den Himalaya bezwungen, im Vorjahr die einzige Langstreckenrallye Europas, von Athen nach Gibraltar, gewonnen. Jetzt beginnt das Training für den Titelverteidiger erneut, um abermals den Pokal in den Himmel der iberischen Südspitze zu stemmen. Der 59-jährige Südoststeirer Helly Frauwallner will bei der Neuauflage der Rallye „Black Sea - Gibraltar“ gewinnen. „Eigentlich bin ich immer im Training“, gibt sich der ehemalige sechsfache österreichische Motocross-Staatsmeister entspannt. Fitness-Studio, Cross-­Trainer, eine Rallye in Mexiko im vergangenen Oktober, ein Rennen in Griechenland im Juni: Frauwallner ist in Form. Wieder einmal. Startete die Gibraltar-Rallye voriges Jahr in Athen, so beginnt das Abenteuer heuer im bulgarischen Burgos. Über Albanien, Italien, Spanien und Portugal geht es auf die kleine britische Halbinsel an der Südspitze Spaniens.

Unterstützt von Mechanikern, Organisator Bertram Mayer und den Hauptsponsoren Yamaha und dem Energy-Produzenten „Contiger“ weiß Frauwallner, worauf es ankommt: „Der Tagessieg zählt nichts. Du musst kontinuierlich Druck machen, immer an der Front andocken und unter den ersten fünf bleiben.“

2016 übernahm er am fünften Tag in Italien bei Regen die Führung und gab sie nie mehr ab. Die Wendigkeit der 450er Yamaha machte sich bezahlt. Da blieb auch Ottavio Missoni, Spross der italienischen Modedynastie mit seiner Ducati zurück. „Wir versuchen, die Rahmenbedingungen so perfekt wie möglich zu gestalten. Im Begleitwagen haben wir Ersatzteile mit, die Mechaniker können zum großen Teil nur in der Nacht arbeiten.

Aber wir bereiten uns gewissenhaft vor“, weiß auch Mayer, der Frauwallner seit der Weltumrundung begleitet. Kraft, Taktik und erfolgreiche Vorbereitung werden gebündelt, damit der Sieger der Rallye am 7. Juli in Gibraltar aus der Südoststeiermark kommt. Wieder einmal.


Helly Frauwallner
TRAINIERT - Gut, dass Frauwallner auch starke Oberarme hat! SIEG IN GIBRALTAR im vorigen Jahr.