Fotos: Sandra Jesernik
Fotos: Sandra Jesernik

Die „Six Days“ gelten nicht nur als eines der ältesten Motorradrennen der Welt, sondern auch als größte Herausforderung für Enduro-Fahrer. Ein ­Grazer Team nahm die Strapazen bereits ein zweites Mal auf sich und überraschte zwischen Teilnehmern aus 45 Ländern.



NATIONENTREFF: Das Knopper Racing Team schaffte es als einziges österreichisches Klub-Team ins Ziel und machte der Heimat auch abseits der Rennstrecke alle Ehre.

Die österreichische Flagge wehte im spanischen Pamplona, neben 45 anderen Ländern beim Einzug der Nationen. Die bekannte Stierkampfstadt begrüßte unter den 700 Teilnehmern auch das Knopper Racing Team zu den „Six Days“. Wie im vorigen Jahr wagten die Grazer Christian Wippel, Rene ­Jesernik und Ferdinand Kreidl auch in diesem Oktober den Start zu einem der ältesten und härtesten Motorradrennen der Welt. In Los Arcos, irgendwo in der staubigen und felsigen Pampa drängten sich 123 Teams um täglich rund 300 Kilometer unter strengsten Richtlinien herunterzuspulen. Und das sechs Tage lang. „Erst 15 Minuten vor dem Start darfst du deine Maschine aus dem vorgeschriebenen Bereich holen. Dann noch zehn Minuten für etwaige Reparaturen. Die Regeln sind ganz klar: Nur der Fahrer darf während des ganzen Rennens die Maschine reparieren“, weiß Rene Jesernik, der sich bei den „Six Days“ im Jahr davor eine komplizierte Handopera­tion „einfuhr“ und nur drei Wochen für die spanische Tortur trainieren konnte. Das KTM Racing Service Team unter Leitung von Matthias Kumpf und Chris ­Schipper war nur berechtigt, das notwendige Werkzeug bereitzustellen.

Wind und Regen peitschten die Fahrer die ersten zwei Tage durch die Steppe, dabei das strenge Zeitreglement immer im Nacken. Denn ist ein Fahrer eine Minute zu spät oder zu früh an der Zeitkontrolle, erhält er eine Zeitstrafe von einer Minute. Zusätzlich müssen an den ersten fünf Wettkampftagen fünf Sonderprüfungen absolviert werden.
Nach viel Schlamm und nach einem finalen Test am letzten Tag belegte das Knopper Racing Team, als einzige österreichische Mannschaft im Ziel, von 123 Mannschaften den 43. Platz. „Es war wieder eine unglaubliche Erfahrung. Der Wettkampf ist das eine, aber auch das Verhältnis zwischen den Ländern und den Fahrern zeichnet dieses Rennen aus. Hier werden jedes Jahr Freundschaften geschlossen“, freuten sich Jesernik und das Team nicht nur über die sensationelle Platzierung, sondern auch über das Miteinander. Und ein Wiedersehen könnte es bereits nächstes Jahr in Frankreich geben. „Wenn man einmal von diesem Virus infiziert ist, ist es schwer, wieder davon loszukommen. Und ein bisschen Verrücktheit gehört bei diesem Sport einfach dazu“, bringen es Sandra Jesernik und ihr Mann auf den Punkt.