Die Trüffel-Schnüffler

Von wegen Schweine! Die Biologin Gabriele Sauseng ist stolze Besitzerin von drei Trüffelsuchhunden und weiß, wo sich die aromatischen Pilze auch in der Steiermark finden lassen.

von Katharina Gründl

DREAM-TEAM. Gabriele Sauseng mit Ihrer Langotto Romagnolo Hündin Iuma.
DREAM-TEAM. Gabriele Sauseng mit Ihrer Langotto Romagnolo Hündin Iuma.

Sie mag die Spaziergänge mit ihren Hunden durch den Wald. Aber meistens sind es keine gewöhnlichen Spaziergänge. Und es sind auch keine gewöhnlichen Hunde. Vor einigen Jahren entdeckte die Biologin und Hundetrainerin Gabriele Sauseng ihr großes Interesse an einem ganz besonderen Bodenschatz: dem Trüffel. Aber wer nun denkt, sie sei auf der Suche nach der „Luxusknolle“ in bekannten Trüffelgebieten wie Italien, Kroatien oder Frankreich unterwegs, der irrt sich, denn ihre Suche nach schwarzen Trüffeln findet in heimischen Wäldern statt. „Ich bin beinahe schon überall in der Steiermark auf Trüffelvorkommen gestoßen, außer in der Hochsteiermark und im Oberen Murtal“, erzählt die Trüffelexpertin, die sich lange theoretisch mit der Materie befasst hat, bevor sie 2012 ihren ersten praktischen Helfer für die Trüffelsuche bekam: einen Trüffelsuchhund der Rasse Lagotto Romagnolo. Viele werden sich jetzt fragen, warum ein Hund und nicht das für die Trüffelsuche besser bekannte Schwein? „Erstens sind mir Hunde als Begleiter einfach lieber und zweitens lassen sich Hunde effizient trainieren, da sie einfach Spaß an der Suche haben, sich auf die Belohnung nach dem Fund freuen und eben nicht wie das Schwein nur ihrem Sexualtrieb folgen.“ Gerade aufgrund dieses Sexualtriebs sind weibliche Schweine beliebte Trüffelsucher, denn die Pilze strömen einen Duft aus, der dem Sexualhormon der männlichen Schweine stark ähnelt. Nachteil gegenüber Hunden: Hält man das Schwein nicht rechtzeitig zurück, frisst es den Trüffel lieber selbst auf, als ihn auf die Teller von Feinschmeckern gelangen zu lassen.


„Nicht alle sind genießbar.“

Mittlerweile ist Gabriele Sauseng stolze Besitzerin von drei Hunden, mit denen sie nach etwa zweijähriger Ausbildung ihrem Hobby nachgeht. Auf ihrer Suche hat sie in der Steiermark bereits neun verschiedene Trüffelarten entdeckt, von denen allerdings nur drei, nämlich der Burgundertrüffel, der Wintertrüffel und der Sommertrüffel, für die Gourmetküche verwendbar sind. Vom Geschmack her stehen die heimischen Trüffel den anderen um nichts nach, ganz im Gegenteil: „Meine Trüffel landen oft schon am selben oder am nächsten Tag auf den Tellern von Restaurantbesuchern, sind also so frisch und aromatisch wie es importierte Trüffel aufgrund der Transportwege gar nie sein können.“ Genau das ist der Grund, warum die ambitionierte Biologin immer wieder Vorträge hält, um auf die Wertigkeit und Qualität der heimischen Trüffel aufmerksam zu machen.

Von Oktober bis Dezember

Die Hauptzeit der Trüffelsuche in ­Österreich ist zwischen Oktober und Dezember, wobei das Suchen in zahlreichen Gebieten komplett untersagt oder in anderen Ländern nur mit Genehmigung erlaubt ist. Aus diesem Grund hat sich ein Markt etabliert, der das Züchten von Trüffeln auf Plantagen zum Ziel hat, was mithilfe von mit Trüffelsporen geimpften Bäumen auch Realität werden konnte. Mithilfe dieser Methode und viele Hektar großen Plantagen, haben sich vor allem Neuseeland und Tasmanien zu den größten Trüffellieferanten entwickelt.