Almira Emiri
Fotos: Adam Pintér

Zweite Heimat

Von Almira Emiri


Ich bin sehr glücklich, das neue Jahr 2017 mit der ­russischen Konzertreihe zu beginnen, die ich vor zwei Jahren initiiert habe. Davor setze ich mich noch in der Karibik für ein paar private Konzerte ans Klavier. Das Konzept der Konzertreihe ist es, das Leben jener Komponisten zurückzubringen, die in der ehemaligen Sowjetunion gelebt haben und deren Werke vergessen wurden.
In diesen Konzerten habe ich immer einen geladenen Gast, mit dem ich zusammenspiele. Das letzte Mal im November lud ich meine Grazer Universitätskollegin, die Geigerin Nitzan Bartana ein.
Ich bin bemüht, zeitgenössische Komponisten zu fördern, und ein weiteres großartiges Projekt für dieses Jahr ist das Konzert in Israel, wo ich Stücke von Pigovat, Rechtman und Wasserman spiele. Dazu kommen noch einige private Konzerte in Deutschland und Albanien, was mir sehr gefällt. Ich mag die Atmosphäre der kleineren Konzerte, wo ich über die Musik reden kann, und das Publikum ist auch Teil des Programms, wo sie fragen können, und ich erkläre ihnen meine Musik.


Im Augenblick gibt es keine Einladung, in Graz zu spielen, aber ich hoffe, es wird bald passieren, denn es ist wie eine zweite Heimat für mich.
Leider habe ich nach dem Studium zu wenig Zeit in Graz verbracht und die meisten meiner Kollegen sind auch auf der ganzen Welt, spielen in verschiedenen Orchestern oder unterrichten in Schulen. Ich halte Kontakt zu den Menschen, die ich kenne und die noch in Graz leben. Von Zeit zu Zeit besuche ich sie. Und jedes Mal, wenn ich in Graz bin, versäume ich es nicht, die Modeboutique von Carina Harbisch zu besuchen.
Aber ich vermisse Graz im Allgemeinen. An der Uni haben mir die Menschen jeglichen Komfort gegeben, damit ich mich ausschließlich auf das Studium konzentrieren konnte.
Damals habe ich in der Paulustorgasse, mit Blick auf den Schloßberg, gewohnt und heute noch fehlt mir der morgendliche Spaziergang durch den Park zur Uni. Auch das enthusiastische und sehr warme Publikum des Stefaniensaals geht mir ab. Kurz gesagt, ich hatte eine tolle Zeit in Graz und bin sehr froh, Teil dieser großartigen Umgebung zu sein!