Ö3-Moderatorin Verena Kicker. Foto: Hitradio Ö3 Roman Pfeiffer
Ö3-Moderatorin Verena Kicker. Foto: Hitradio Ö3 Roman Pfeiffer

»Ich will gute Stimmung und Motivation vermitteln.«

Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin beim Hitradio Ö3 ist Verena Kicker auch in verschiedenen anderen Bereichen tägig. Sie moderiert live diverse Veranstaltungen wie Firmen- und Musik-Events, Preisverleihungen, Kinopremieren und wissenschaftliche Diskussionsrunden z. B. für die Wirtschaftskammer Österreich oder das Grazer Stadtfest. Verena Kicker hat auch Erfahrung als Schauspielerin und ist seit Jänner 2019 auch als Fitnesstrainerin tätig.

Ö3-Moderatorin Verena Kicker. Foto: Hitradio Ö3 Roman Pfeiffer
Ö3-Moderatorin Verena Kicker. Foto: Hitradio Ö3 Roman Pfeiffer

grazIN: Bitte erzähl uns etwas über deinen beruflichen Werdegang mit einigen Stationen?
Verena Kicker: Radio hat mich immer schon fasziniert und ich wollte schon als Kind unbedingt Moderatorin werden, um die Leute zu unterhalten. Begonnen hat alles 2008 beim Radio Soundportal in Graz. Danach ging’s weiter zum Fernsehen – ich habe für Stmk1 TV, ATV und Servus TV gearbeitet. 2014 kam der Anruf vom ORF aus Wien und seitdem bin ich Moderatorin bei Hitradio Ö3 & total happy damit. Wenn ich nicht am Sender bin, stehe ich auf der Bühne und moderiere verschiedenste Veranstaltungen. Neben diesen ganzen Stationen habe ich es in den letzten Jahren trotzdem geschafft, mein Lehramtsstudium abzuschließen, fragt mich nicht wie (lacht).
grazIN: Was war dein bisher schönstes, aber auch dein schlimmstes Erlebnis bei Ö3?
Verena Kicker: Woww, ich habe schon viele tolle Momente bei Ö3 erleben dürfen. Beim größten Musiksender Österreichs gehen natürlich viele Stars ein und aus. Da ist es jedes Mal ein Erlebnis, wenn Musiker wie Mark Forster, Nico Santos oder Conchita etc. vorbeischauen. Zum Glück hatte ich noch kein „schlimmstes“ Erlebnis bei Ö3, aber eine „Plauderei“ mit meinem Kollegen Robert Kratky startet man am besten erst nach seinem ersten Kaffee – dann kann man sich richtig gut mit ihm austauschen, davor ist er manchmal ein bisschen grantig (lacht), aber das wäre ich auch, wenn ich um 3 Uhr aufstehen müsste!
grazIN: Versprecher sind menschlich, wie gehst du damit um?
Verena Kicker: Ich versuche mich selbst in dem Moment nicht zu ärgern, sondern darüber zu lachen. Versprecher passieren immer wieder im Radio und wenn ich selbst einen bei meinen Kollegen höre, finde ich es immer sympathisch und authentisch.
grazIN: Wie bereitest du dich auf die Sendungen vor?
Verena Kicker: Ich komme zwei Stunden vor meiner Sendung zu Ö3. Ich recherchiere die tagesaktuellen Themen und überprüfe, was für meine Sendung relevant sein könnte. Danach nehme ich meine Musikplaylist ganz genau unter die Lupe. Dazu check ich die Instagram und Facebook Profile der Stars, suche Konzerttermine und mache Interviews.
grazIN: Nimmst du auf die Musikgestaltung Einfluss? Schließlich seid ihr beim Radio ja die Meinungsmacher!
Verena Kicker: Für die Musik auf Ö3 gibt es eine eigene Musikredaktion. Die beschäftigt sich den ganzen Tag mit Musik und stellt für uns Moderatoren eine Playlist zusammen. Natürlich kann ich Ideen und Vorschläge für meine Shows einbringen.
grazIN: Für Radiomoderatoren gibt es meistens keine klassischen Arbeitszeiten und viele Nachtschichten, wie kommst du damit zurecht?
Verena Kicker: Wie viele andere Berufsgruppen haben auch wir Radiomoderatoren unterschiedlichste Arbeitszeiten. Von Montag bis Sonntag, von 00 bis 24 Uhr ist alles möglich – bei Ö3 senden wir rund um die Uhr. Zu Beginn musste ich mich erst daran gewöhnen, auch in der Nacht zu arbeiten. Espresso Doppio ist bei Nachtschichten mein bester Freund. Aber auch für Nachteulen gibt es Vorteile – wer kann schon am Vormittag ohne Gedränge auf der Mariahilferstraße einkaufen oder ins Fitnesscenter gehen!?
grazIN: Was macht einen Radiomoderator im Speziellen aus?
Verena Kicker: Radiomoderatoren sind ganz einfach total kommunikative Menschen und so gut wie nie um ein Wort verlegen. Mit uns kommt man schnell ins Gespräch und meistens ist es sehr lustig – hoffe ich zumindest (lacht wieder). Als Radiomoderatorin bin ich Stimmungsmacherin und das liebe ich am meisten an meinem Beruf. Gute Stimmung, Gefühle und Motivation rein durch die Stimme zu vermitteln und zu wissen, dass auf der anderen Seite des Radios sich jemand darüber freut.
grazIN: Was ist besonders an deiner Stimme?
Verena Kicker: Das ist schwierig zu beschreiben … aber Hörer erzählen mir oft, dass ich einen großen Wiedererkennungswert in der Stimme habe und sie mich sofort am Klang erkennen. Das freut mich natürlich sehr.

grazIN: Bist du vor Moderationen noch nervös?
Verena Kicker: Egal ob auf der Bühne oder im Radio, jede Moderation ist live und da gehört ein bisschen Nervenkitzel dazu. Das macht es ja erst spannend und interessant. Ich freue mich jeden Tag auf den Adrenalinkick – danach bin ich süchtig!
grazIN: Erkennen dich die Menschen auch schon manchmal nur an deiner Stimme?
Verena Kicker: Das ist verrückt, aber JA. Erst letzte Woche bin ich von einer Party mit dem Taxi nach Hause gefahren und der Taxi­fahrer sagt ganz überrascht: „Ich kenne ihre Stimme, ohh Gott sind sie Verena Kicker von Ö3? Ich höre immer ihre Sendungen!“ -  Er ist jetzt mein Lieblingstaxifahrer in Wien.
grazIN: Stichwort Graz: Wie schwer war der Umzug nach Wien?
Verena Kicker: Es ist mir nicht ganz leicht gefallen aus Graz wegzugehen. Am Anfang musste ich mich erst an den Wiener „Schmäh“ gewöhnen, aber die hohe Steirerquote bei Ö3 hat mir bei der „Integration“ geholfen. Jetzt bin ich ganz in der Hauptstadt angekommen und fühle mich hier richtig wohl. Auch nach fünf Jahren entdeckte ich in Wien jeden Tag etwas Neues und das fasziniert mich an dieser Stadt. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass mir ein „ur“ über die Lippen kommt – dann weiß ich aber, ich muss schleunigst in die Steiermark (lacht besonders herzlich).
grazIN: Kommst du also regemäßig in deine Heimat Steiermark zurück?
Verena Kicker: Ja, ich versuche alle paar Monate meine Familie zu besuchen und genieße mit ihnen die Tage in der Südsteiermark. Im Winter habe ich immer die Ski im Auto, dann geht’s zuerst auf’n Berg und dann für eine selbstgemachte Rindssuppe nach Hause. Im Sommer findet ihr mich beim Buschenschank in der Sonne – ohne Brettljause fahre ich nicht nach Wien zurück.
grazIN: Was findest du besonders an unserer Landeshauptstadt Graz und hast du hier Lieblingsplätze und -lokale?
Verena Kicker: Ich bin ein Fan von Graz und komme immer gern auf einen Besuch vorbei. Um abzuchecken, was es Neues gibt, schlendere ich immer vom Jakominiplatz über die Herrengasse zum Karmeliterplatz und von dort geht’s rauf auf den Schlossberg. Oben genieße ich die herrliche Aussicht über Graz bei einem Aperol Spritzer … oder zwei. Gerne treffe ich mich auch mit Freunden im Cafe Mitte oder im Stadtpark auf die berühmt berüchtigte Melonenbowle im Parkhouse.
grazIN: In Graz warst du sehr bei „Intro-Graz-Spection“ und auch für den Verein „Steirer mit Herz“ engagiert, wie schaut es damit aktuell aus?
Verena Kicker: Für die gute Sache bin ich immer gerne im Einsatz und freue mich, wenn ich helfen kann. Dafür spende ich gerne 20 cm Haare für krebskranke Kinder oder mache einen Grenzspaziergang durch Puntigam.
grazIN: Was gibst du unseren Lesern noch „stimmungsmäßig“ mit auf den Weg?
Verena Kicker: Ich wünsche allen Lesern einen traumhaft schönen Frühling in Graz, genießt die Gastgärten und das leckere Essen mit viiiiiel Kernöl für mich mit. UND kommt mich doch mal in Wien besuchen, hier gibt es so viele schöne Plätze zu entdecken – falls der Weg über den Semmering doch zu weit ist, dann einfach Ö3 aufdrehen. Ich spiel für euch die „Ö3 Greatest Hits“, die neuen Songs in „Ö3 NuStuff“ und den besten Sound in der „Ö3 Wochenendplaylist“ oder „Ö3 Dabei“.